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Natur im Umbruch / Klima im Wandel

Wetterextreme in Brandenburg und Berlin

Brandenburg erlebt derzeit ein extremes Wetterparadox: Während Starkregen örtlich zu Überflutungen führt, herrscht in anderen Regionen weiterhin Trockenheit. Ursache sind sogenannte stationäre Wetterlagen, bei denen sich Regengebiete kaum bewegen. Das führt dazu, dass manche Orte massiv betroffen sind, während andere leer ausgehen.

Laut Meteorologen hängt dieses Phänomen auch mit dem menschengemachten Klimawandel zusammen. Durch die Erwärmung der Arktis schwächen sich große Luftströmungen wie der Jetstream ab, wodurch Tiefdruckgebiete länger an Ort und Stelle verharren. Solche blockierenden Wetterlagen begünstigen Extremwetter wie langanhaltende Hitze, Trockenheit oder heftigen Dauerregen.

In Brandenburg zeigt sich aktuell, wie Klimaveränderungen regionale Wetterextreme verstärken – mit spürbaren Folgen für Infrastruktur, Böden und Landwirtschaft.

Wissenschaftler wie Harald Lesch erklären den Hintergrund noch grundsätzlicher: Die globale Erwärmung führt nicht nur zu häufigeren Hitzewellen, sondern verändert die gesamte Dynamik der Atmosphäre. Wärme bedeutet mehr Energie im System – und damit stärkere Gegensätze, intensivere Verdunstung und heftigere Niederschläge. Gleichzeitig gerät das empfindliche Gleichgewicht zwischen tropischer Wärme und polarer Kälte aus der Balance, was wiederum stabile Wettermuster stört und extreme Lagen wahrscheinlicher macht. Lesch betont: Das ist keine Wetter-Laune, sondern eine direkte Folge unseres Eingriffs ins Klimasystem.

--> Mehr zur Wetterlage und den Hintergründen im Artikel von rbb24

--> Vertiefende Einordnung von Harald Lesch in diesem Video

2024: Das wärmste Jahr bis jetzt

2024: Wärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn und eine globale Warnung

Das Jahr 2024 markiert einen alarmierenden Wendepunkt in der Klimageschichte: Mit einer globalen Durchschnittstemperatur, die um 1,6 °C über dem vorindustriellen Niveau (1850–1900) liegt, wurde die bisher heißeste Jahresbilanz seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Auch die kritische 1,5-Grad-Marke des Pariser Klimaabkommens wurde erstmals vorübergehend überschritten, wie der Copernicus Climate Change Service (C3S) berichtet.

Rekordtemperaturen und ihre Folgen

Jeder Monat des Jahres 2024 war entweder der heißeste oder zweitwärmste, der je gemessen wurde. Insbesondere die Meeresoberflächentemperaturen erreichten beispiellose Höchststände, was nicht nur marine Ökosysteme belastet, sondern auch die Intensität von Hurrikanen und anderen extremen Wetterereignissen verstärkte.

Diese verheerenden Auswirkungen spiegeln sich auch in den Schadenszahlen wider: Laut Schätzungen von Munich Re summierten sich die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden im Jahr 2024 auf 320 Milliarden US-Dollar. Hauptursachen waren Überschwemmungen, Hitzewellen und Stürme, die weltweit enorme Zerstörung anrichteten.

Wissenschaftliche Warnungen und Handlungsbedarf

In einem Interview mit der Tagesschau betonte der renommierte Klimawissenschaftler Hans-Otto Pörtner die Dringlichkeit, den Klimawandel durch rasches Handeln zu bekämpfen. Er warnte, dass ohne signifikante Emissionsreduzierungen die Risiken für Mensch und Natur weiter steigen würden.

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) bietet auf seiner Website umfassende Informationen zu den Hintergründen und Auswirkungen des Klimawandels. Interessierte können sich dort über die neuesten Forschungsergebnisse und mögliche Gegenmaßnahmen informieren.

Eine klare Botschaft

Die erschreckenden Daten und Zahlen des Jahres 2024 zeigen, dass das Zeitfenster für effektive Maßnahmen immer kleiner wird. Der vorübergehende Überschritt der 1,5-Grad-Marke ist eine dringende Warnung, die globalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu verstärken.

Mit Schadenssummen in Milliardenhöhe und Rekordtemperaturen wird 2024 als Jahr der klimatischen Extremwerte in die Geschichte eingehen – und hoffentlich als Weckruf für eine nachhaltigere Zukunft.

Klimawandel verstehen

An der Naturschutzstation Marienfelde gibt es nun ein erweitertes Bildungsangebot für die Grüne Schule und die Junior Ranger, das sich intensiv mit dem Klimawandel und seinen Folgen beschäftigt. Neben spannenden Vorträgen wird besonderer Wert auf spielerische Experimente gelegt, bei denen Kinder und Jugendliche aktiv lernen können, wie sich eine zu warme und feuchte Atmosphäre negativ auf unser Wetter auswirkt. Dabei erfahren sie, warum extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Hitzeperioden immer häufiger auftreten. Auch die langfristigen Folgen für Ökosysteme, die Landwirtschaft und die menschliche Gesundheit werden thematisiert.

Durch interaktive Methoden werden den jungen Teilnehmenden die komplexen Zusammenhänge zwischen Treibhausgasen und Wetterextremen auf einfache Weise nähergebracht. Das Ziel ist es, die jüngere Generation frühzeitig auf die Herausforderungen vorzubereiten, die in Zukunft durch den Klimawandel zunehmen werden. Diese Bildungsangebote sollen den Kindern vermitteln, dass ihr Handeln einen Unterschied machen kann, und sie motivieren, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen.

 

Die Experimente, die durchgeführt werden, sind entweder inspiriert von oder erworben bei dem Bildungsprogramm "Klimawandel - verstehen und handeln", welches von Lehrpersonal verwendet werden kann. Schauen Sie doch gerne auch dort vorbei!

Falls Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Angeboten haben, kontaktieren Sie uns gerne hier.